Land unter bei DASSU
12. August 2002

Die Adresse von DASSU lautet Windeseestraße. Heute wurde der Platz wieder zum Windsee. Um 7 Uhr zeichnete die Webcam das erste Bild auf - kurz nach dem Durchbruch der Ache.

Um 13 Uhr traf  ich mich mit Kati, um die AIP für die Prüfung abzuholen. Zu dieser Zeit hatte die Webcam schon die Arbeit eingestellt, die letzten Bilder zeigten eine wesentlich dramatischere Situation als auf der ersten Aufnahme. Kati und ich beschlossen, zu DASSU zu fahren, um eventuell zu helfen, falls noch etwas zu retten wäre.

Allein nach Unterwössen zu kommen, war weit schwieriger als angenommen. Im Radio hatten wir schon gehört, dass der Ort von der Umwelt abgeschnitten sei und alle Zufahrten gesperrt wären. Und in Grassau wurde gerade die an der Ache wohnende Bevölkerung evakuiert... Wir fuhren trotzdem hin nur um gesperrte Straßen zu finden und von der Polizei abgewiesen zu werden.

Wir liehen uns von einer "befreundeten" Feuerwache Feuerwehrjacken, die wir sofort anzogen und es so ausgestattet östlich der Ache über Schleching noch einmal probierten. Bei Sperren hoben wir einfach grüßend die Hand - und wurden tatsächlich von den "Kollegen" durchgewinkt. Das Auto wäre beinahe ersoffen, weil alle Straßen schon überflutet waren, aber wir schafften es und kamen schließlich in Unterwössen an.

Unterwössen war ein einziges Chaos. Das Militär war gerade angekommen, die gesamte Ortsmitte stand restlos unter Wasser. Wir ließen also das Auto stehen und gingen zu Fuß weiter, zunehmend besorgt um DASSU und die Flieger - wie würde es da wohl aussehen, wenn im Ort schon ein solches Chaos herrschte?


DASSU im Windsee
Der Weg wurde lang - wir mussten praktisch den gesamten Ort umgehen, um nicht mehr als knietief durchs Wasser zu waten. Schließlich lag der Platz vor uns - wir konnten es nicht fassen. Ein einziger See. Oder genauer gesagt - der neue Flusslauf der Ache, zumindest teilweise. Besonders schlimm sah es am Hängerplatz aus - nur ein paar Hänger standen noch da. Ein Hänger trieb gerade an der Winde vorbei. Die Winde selbst war noch zu sehen, aber der 2-3 Meter hohe Hügel auf dem sie steht, war restlos in den Fluten versunken. Zwei Hubschrauber kreisten über dem neu entstandenen See.
Wir gingen weiter und versuchten eine Möglichkeit zu finden, zu den Gebäuden hinüber zu kommen, was gar nicht so einfach war, Zum einen war die Strömung recht schnell, zum anderen war das Wasser talabwärts noch sehr hoch. Aber weiter oben im Tal schien es besser zu sein.

Unterwegs kamen uns Stühle entgegengeschwommen - aus Gerds Bistro, das alles noch halbwegs gut überstanden hatte. Weniger gut sah es am Start aus: Ein kleiner Wasserfall kam über den Berg herab und umspülte die Hütte.


Die Winde guckt gerade noch aus dem Wasser

Der Hängerplatz - leer und unter Wasser

Statt 07/24  ein träger, schmutziger Fluß...

Am Start
Am Bistro konnten wir schließlich den See kreuzen. Jörg und paar andere hielten die Stellung, das DASSU-Hauptgebäude und die DASSU-Hallen standen noch im trocknen. Weiter talabwärts sieht es weniger gut aus, in den Hallen steht Wasser.

Jens machte sich mit einem Paddelboot auf, um bei den Hängern nach dem Rechten zu sehen, während andere in den zugänglichen Hallen nach dem Rechten sahen. Wir mussten feststellen, dass wir nicht helfen konnten - DASSU war vollständig vom Wasser umgeben. Im Hauptgebäude hatte man sich wohl auf Übernachtung eingerichtet, ich nehme an, Jörg wird wohl bleiben.

Es bleibt wohl nur allen, die vor Ort sind zu wünschen, dass die Nacht keine zusätzlichen Überraschungen mehr bringen wird - und zu hoffen, dass keine weiteren Schäden entstehen.


Ein Polizeihubschrauber über dem Hängerplatz, von Jörg per Funk vertrieben, um die verbleibenden Hänger keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.

Weitere Bilder....

(C) 2002 Detlev Hoppenrath www.hoppenrath.com